Some Great Tour

30. Nov 1984 / Sporthalle- Basel

Setlist | Konzertberichte

Setlist

Besten Dank an Patty von strangecolours.npage.ch für das Bild vom Stadium

Master And Servant (voxless)
Something To Do
Two Minute Warning
Puppets
If You Want
People Are People
Leave In Silence
New Life
Shame
Somebody
Ice Machine
Lie To Me
Blasphemous Rumours
Told You So
Master And Servant
Photographic

Everything Counts
See You

Shout
Just Can´t Get Enough

 

 

 

 

 

Fan Bericht

Grau und kalt war es und so erschien mir auch die St.Jakobs-Halle von aussen. Kaum drinnen angekommen nach langem Anstehen wurde die grosse schwarze Masse (ca. 9000 Fans) eingenebelt und schon bald waren die ersten Instrumental-Beats von Master&Servant zu hören. Plötzlich waren hinter pyramidenförmige Scheinwerfergerüste Alan, Martin und Fletch zu sehen. Beim Opener Something To do spurtete der "angeblöondete" Dave mit hellblauem Hemd aus der Ecke und zeigte Song für Song seine Tanzeinlagen. Der erste Höhepunkt war dann auch der damalige Hit "People Are People" und Martins gesungenes "Somebody". Mein absoluter Favorit zur damaligen Zeit "Ice Machine" folgte kurz darauf. Dann folgften "Blasphemous Rumours", "Master and Servant" und "Everything Counts". Gänsehaut pur beim vorletzten Song "Shout". Ja, dieses von DRS3 übertragene Konzert habe ich mir im verlauf der Jahre immer wieder gerne angehört. Dieses Depeche Mode Konzert ist für mich immer noch DAS Konzert. Mit meinen 14 Jahren das erste Konzert, nicht nur von Depeche Mode. So begann alles...bis heute

Thomas


Was damals geschah

Es ist schon sehr lange her und doch kann ich mich noch sehr genau daran erinnern, was damals, im Jahre 198vier geschah. Es war eine Zeit in der man noch mit gutem Gewissen die wöchentliche Radiohitparade anhören konnte. Es war keine Seltenheit, dass man in den Top 10 Bands wie OMD, Ultravox, Tears For Fears oder Duran Duran antreffen konnte. Zu dieser Zeit, es dürfte etwa Ende März gewesen sein, hörte man immer wieder weinen Song am Radio, dessen Refrain einfach niemand mehr aus den Gehörgängen kriegte. Die Rede ist natürlich von „People are People“. Ich war zu dieser Zeit bereits 19 Jahre alt und kannte Depeche Mode nur flüchtig. In meinem Besitz befanden sich ledigentlich die Maxis von „Everythings Counts“ und „See you“. Nun ja, von diesem Moment an hatte es mich total erwischt. Und der Song schaffte innert kürzester Zeit den Sprung auf Platz 1 in der Schweiz und Deutschland. Auch die Nachfolgesingel „Master and Servant“ schaffte es relativ hoch in die Hitparade zu kommen. Aber mir war es egal wie viele Platten die vier Jungs verkauften, für mich zählte nur die Musik und die war besser als alles andere was ich bis anhin gehört hatte. Ich kaufte mir sämtliche alte platten und, so gut als möglich, auch die Maxi. Ich frage Euch was will man mehr? Ja richtig. Man möchte seine Lieblingsband auch einmal Live erleben können. Und so geschah es, dass ich eines Tages, nichts ahnend in der Zeitung blätterte und in einer ganzseitigen Anzeige erfahren durfte, dass die vier Boys aus Baslidon ein Konzert in der, ach so kleinen, Schweiz geben würden. Und das erst noch in meiner Stadt. Ich konnte es kaum glauben. Doch nun hiess es warten, warten und nochmals warten, denn es war leider erst Anfangs September. Der Herbst wollte einfach nicht vorüber gehen. Aber endlich war es soweit. Ich stand voller Vorfreude in der Halle und sah mich etwas um, Man merkte das dies ein ganz spezieller Anlass war, denn das Publikum war aussergewöhnlich gut gestylte. Grüne, rosarote, violette und andere Haarfarben waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel, und wer nicht mindestens eine farbige Strähne im Haar hatte, oder sonstige New Wave-modische Accessoires mit sich herumschleppte, der musste sich alt, sehr alt vorkommen.

Dann endlich war es soweit, die Lichter im Saal gingen aus, und ein sehr komischer Sound drang aus den Boxen. Die Vorgruppe (resp. Sänger) betrat die Bühne. Und was dann eine halbe Stunde geschah sollte man ganz schnell wieder vergessen. Der Type hiess Matt Fretton, eine Art Rex Gildo des Synthie-Pops, sang zu Konserven Musik und jedermann war schliesslich froh, als er von der Bühne verschwand. Puuh, geschafft. Doch dann, nach einer längeren Umbaupause, ging es endlich los. Der Moment, den 6500 Zuschauer kaum noch erwarten konnten und ihn auch nicht wieder so schnell vergessen würden, war endlich gekommen.

Ein geniales Intero (der Rhythmus von Master & Servant) dröhnte aus den Boxen, der Vorhand öffnete sich und da standen Sie endlich, vier junge Menschen die Musikgeschichte schreiben werden, die viele Bands noch Jahre später inspirieren werden. Kurzum, ein absolut geniales Konzert begann. Im Vergleich zu heute, wurde noch nicht mit Videowänden gearbeitet, sondern die Bühne wurde mit einer ausgeklügelten Lichttechnik überflutet. Das mag zwar billig klingen, doch war auch für heutige Verhältnisse sehr beeindruckend.

Die ersten vier Tracks waren Albumtitel (Something To Do / Two Minute Warning / Puppets / If You Want To), doch dann erklangen die ersten Töne von „People Are People“ und die Menge rastete zum ersten mal richtig aus (natürlich war die Stimmung bei den vorgängingen Titeln auch euphorisch) und Dave gab einfach alles. Jede Textzeile wurde mitgesungen (auch von mir) und vor lauter Tanzerei rauchten die Socken, Es folgten „Leave In Silence“, „New Live“ und „Shame“. Urplötzlich verschwand Dave von der Bühne, es wurde dunkel im Saal und keiner wusste genau was eigentlich los war. Es war Zeit für alle Feuerzeuge und Wunderkerzen. Martin betrat schüchtern die Bühne und dies, das erfuhr ich später, war für manche Mädchen zuviel, sodass 12 davon wegen Ohnmacht kurzzeitig ärztlich versorgt werden mussten, „Somebody“ war sicherlich einer der schönsten Momente des Konzerts. Doch was ist das? Ich kannte bin anhin jeden Song von Depeche Mode, hatte alle Alben und Maxis. Aber diese Stück kannte ich noch …. Was? Ach so! Woher sollte ich auch wissen, dass eines der besten Livestücke von DM ein B-Seiten Track ist? Die Rede ist natürlich von „Ice Machine“. Ehrlich, die Studioversion kommt nie an die Qualität der Live-Version ran. Es folgten „Lie To Me“, das absolut genial „Blasphemous Rumours“ und „Told You So“. „Master & Servant“ wurde in einer ganz speziellen Version zum besten gegeben. Beim nächsten Stück brauchte ich viel Platz, denn wer kann bei „Photographic“ schon die Beine ruhig halten? Ich jedenfalls nicht. Bei „Everything Counts“ durfte das Publikum in gewohnter Manier aus vollem Hals mitsingen. Und das wars dann. Depeche Mode verliessen die Bühne, aber die Meute im Saal, die einfach nicht genug kriegen konnte, wollte mehr. Nach endlosen Zugabe-Rufen, kann die Band endlich zurück. Als Zugaben folgten „See You“ , „Shout“ und als Abschluss “Just Can’t Get Enoputh“

Nun verabschiedeten sich die vier endgültig und die Lichter gingen wieder an. Man sah dem Publikum an, dass ihnen das Konzert mehr als nur gefallen hat. Für mich ist es bis heute unvergesslich geblieben und viele weitere Konzerte sollten noch folgen. Ich bin heute trotz meines fortschreitenden Alters, immer noch ein rieseln Depeche Mode Fan, und kann es kaum erwarten bis Depeche mode wieder ins Studio gehen werden.

Das Konzert wurde damals einige Tage später im Radio ausgestrahlt (abgemischt von Daniel Miller himself). Einige Jahre später erschien dann ein Bootleg als Doppel-LP (Just Can’t Get Enough) und Anfangs der 90-er eine Doppel-CD/LP (Performance). Sollte jemand von Euch einem dieser Teile in die Hände kriegen, unbedingt kaufen. Besonders Performance ist wohl einer der qualitativ besten Live-Boots überhaupt.

Daniel Stucki

depechemode.ch